Der Kraulbeinschlag - Vortrieb und Stabilität

Nach dem Unterwasser-Armzug ist der Beinschlag das zweite Element, welches uns beim Kraulschwimmen Vortrieb liefert. Ausserdem verleiht der Beinschlag unserem Kraulstil zusätzliche Stabilität, sofern er mit den Armen korrekt koordiniert wird. Das dritte Schlüsselelement befasst sich vorerst einmal nur mit dem korrekten Bewegungsablauf des Kraulbeinschlags.

Damit auch der Beinschlag den gewünschten Vortrieb liefert, muss in Form der gesamten Bein- und Fussbewegung eine Kraft nach hinten entwickelt werden können. Um überhaupt eine Kraft nach hinten ausüben zu können, und das Wasser nicht nur nach unten zu schlagen, ist es essenziell, dass man über eine hohe Flexibilität im Fussgelenk verfügt. Nur mithilfe einer angemessenen Flexibilität des Fusses kann beim Kraulbeinschlag ein Winkel zur Waagerechten entstehen - die Kraft des Beinschlags wirkt dadurch nicht nur nach unten, sondern auch nach hinten. Dies lässt wiederum den so wichtigen Vortrieb entstehen.

Das Prinzip eines korrekten Beinschlags stimmt mit demjenigen der Schwimmflosse überein. Ein sauberer Beinschlag geht einem Impuls aus der Hüfte heraus hervor, der sich über Ober- und Unterschenkel bis hinunter zum Fuss in Form einer sanften Peitschenbewegung überträgt. Um diese Peitschenbewegung der Beine zu entwickeln, sollte sich das Knie leicht mehr beugen als die Hüfte, das Fussgelenk mehr als das Knie und die Zehen nochmals mehr als das Fussgelenk. Das gesamte Bein wird, abgesehen von den leichten Beugungen in den Gelenken, möglichst ausgestreckt auf und ab bewegt. Die Amplitude der Schwingbewegung des Ober- und Unterschenkels sollte dabei relativ klein gehalten werden. Der Kraulbeinschlag findet im Kielwasser des vorangehenden Körpers statt. Die Beine werden dementsprechend relativ nahe beieinander auf und ab bewegt – übertriebene Scherenbewegungen sind zu vermeiden. Die Schwingbewegung des Beines sollte zudem möglichst locker sein und sich durch das ganze Bein hindurchziehen. Hier gilt es, den Mittelweg zwischen einem lockeren und trotzdem kraftvollen Beinschlag zu finden. Beachten sollte man ausserdem, dass die Peitschenbewegung des Kraulbeinschlags zweiseitig ist. Das heisst, dass beim Beinschlag von oben nach unten sowie von unten nach oben dieselbe Bewegung stattfindet! Wir generieren also nicht nur beim Abwärtsbeinschlag Vortrieb, sondern auch beim Aufwärtsbeinschlag. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, dass der Aufwärtsbeinschlag nicht vernachlässigt wird.

 

 

 

 

 

Die Schwingbewegung des Kraulbeinschlags im Kielwasser des

vorangehenden Körpers

Grundvoraussetzung für einen zielführenden und effektiven Kraulbeinschlag ist eine hohe Fussflexibilität. Diese kann durch zahlreiche Fussflexibilitätsübungen antrainiert werden.

Um die Peitschenbewegung des Kraulbeinschlags gezielt einzustudieren, eignet sich der Beinschlag in Rückenlage am besten. Der Bewegungsablauf bleibt dabei der Gleiche – man erhält aber die Möglichkeit, seinen eigenen Beinschlag genau zu beobachten und allfällige Fehler zu korrigieren. Beim Beinschlag in Rückenlage muss beachtet werden, dass ausschliesslich die Fussspitzen aus dem Wasser gekickt werden. Die Knie sowie der Ober- und Unterschenkel durchdringen die Wasseroberfläche während der gesamten Bewegung nie. Dadurch wird erreicht, dass der Fuss die grösste Bewegungsamplitude des gesamten Beines ausführt. Somit entsteht der ausschlaggebende Winkel von Fuss zur Waagerechten, was schlussendlich beim Kraulbeinschlag den erwünschten Vortrieb produziert.

Beherrscht man diese Beinbewegung auf dem Rücken, transferiert man das Ganze in die Bauchlage und somit direkt in den Kraulstil hinein.

Weitere mögliche, etwas fortgeschrittenere Übungen, sind vertikaler Beinschlag oder Beinschlag in Seitenlage. Bei diesen beiden Übungen erkennt man insbesondere, dass der Kraulbeinschlag zweiseitig ist, da im Wasser aufgrund derselben Tiefe des jeweiligen Beines der gleiche Druck in beiden Richtungen vorhanden ist.

Damit der Beinschlag zusätzlich auch noch effizient wird, muss man ihn ausreichend trainieren. Als Faustregel gilt, dass rund zwanzig bis dreissig Prozent des gesamten Trainingsumfangs dem Kraulbeinschlag gewidmet werden sollten.

Kraulschwimmen. Kraulbeinschlag.

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