Die Wasserlage - Widerstand vermeiden

Entwickeln wir beim Kraulschwimmen einen zu grossen Widerstand, nützt uns der beste Vortrieb nichts, so besagt es das zweite Prinzip. Genau aus diesem Grund beschäftigt sich das erste Schlüsselelement mit derjenigen Haltung, die es dem Menschen ermöglicht, im Wasser so wenig Widerstand wie nur möglich zu produzieren: Der Wasserlage.

Die Bauweise unseres Körpers können wir nicht beeinflussen – genauso wenig die Eigenschaften des Wassers, allem voran dessen Dichte. Auf der anderen Seite wollen wir aber auch eine möglichst hohe Geschwindigkeit entgegen dem Widerstand des Wassers aufbauen. Unsere einzige Möglichkeit, den Wasserwiderstand möglichst klein zu halten, ist es also, die Stirnfläche unseres Körpers zu minimieren. Unter der Stirnfläche versteht man die Fläche, welche das Wasser von uns von vorne sieht, und welche uns dementsprechend in Form von Wasserwiderstand ausbremst. Unser Ziel ist es demzufolge, eine Wasserlage zu entwickeln, bei welcher unser Körper eine möglichst kleine Stirnfläche aufweist. Doch wie funktioniert das genau?

Um die Stirnfläche unseres Körpers zu minimieren, gilt grundsätzlich, dass wir so flach und horizontal wie nur möglich im Wasser liegen sollten. Für eine horizontale Wasserlage ist besonders die Kopfposition entscheidend, denn diese führt mehr oder weniger automatisch zur richtigen Wasserlage. Dabei gilt, dass der Kopf und dessen Bewegung den nachfolgenden Körper steuern. Richtet sich der Kopf in Bauchlage nach vorne, sinkt der nachfolgende Körper ab. Richtet sich der Kopf aber neutral nach unten, bleibt auch der nachfolgende Teil des Körpers an der Wasseroberfläche oben liegen.  Deshalb sollten sowohl der Kopf als auch die Augen während dem Kraulschwimmen senkrecht nach unten gerichtet werden, sodass sich eine neutrale Nackenhaltung einstellt. Der Kopf stellt dabei die Verlängerung der Körperlinie «Nacken-Wirbelsäule-Hüfte-Beine» dar. Als Faustregel kann man sich zudem merken, dass rund zwei Drittel des Kopfes immer unter Wasser liegen sollten – auch bei der Atmung.

Damit der weitere Körper, unter anderem die Hüfte und die Beine, nicht nach unten absinkt, bedarf es einer zusätzlichen Gewichtsverlagerung im Wasser. Hierbei sollte das Gewicht des gesamten Körpers tendenziell nach vorne und somit auf Kopf und Schulter verlagert werden. Diese Bewegung ist vergleichbar mit einem leichten nach vorne Lehnen im Stehen. Damit wird vor dem Schwerpunkt des Körpers nach unten gedrückt, wodurch der Teil hinter dem Schwerpunkt, in unserem Fall die Beine, nach oben an die Wasseroberfläche kommt.

 

Diese Gewichtsverlagerung kann durch die korrekte Armführung nach der Eintauchphase zusätzlich unterstützt werden. So sollte jeweils der Arm, der vor dem Kopf eingetaucht wird, minimal nach unten ausgestreckt werden, ehe er mit dem Unterwasser-Armzug beginnt. Dadurch wird einmal mehr vor dem Schwerpunkt des Körpers leicht nach unten gedrückt, wodurch die Hüfte und die Beine hinter dem Schwerpunkt zusätzlich nach oben kommen.

In Kombination mit einer grundlegenden Körperspannung erreicht man durch die korrekte Kopfposition und eine Gewichtsverlagerung im Wasser die bestmögliche, horizontale Wasserlage, die den Wasserwiderstand auf ein Minimum reduziert. 

Horizontale, stromlinienförmige Wasserlage mithilfe der korrekten Kopfposition und einer

zusätzlichen Gewichtsverlagerung

Um sich eine solche Wasserlage zu erarbeiten, bedarf es an Übung. Die Streamline-Bodyposition ist hierfür eine der effektivsten Übungen überhaupt. Mit ihr erlangt man nicht nur die Fähigkeit, stromlinienförmig durch das Wasser zu gleiten und somit den Widerstand zu minimieren, sondern gleichzeitig auch die Körperposition, die abgesehen von der Armhaltung für das Kraulschwimmen benötigt wird.

Dabei stösst man sich vom Beckenrand ab, nimmt die Streamline-Bodyposition ein und gleitet unter Wasser bis zum Stillstand/Auftauchen. Je weiter man gleitet, desto effektiver und widerstandsärmer ist die Körperhaltung.  

Bei der Streamline-Bodyposition werden die Arme nach dem Abstoss direkt in der Verlängerung des Körpers und vor dem Kopf ausgestreckt. Die Hände werden dabei aufeinandergelegt. Die Oberarme klemmen den Kopf über die Ohren hinweg ein. Der Kopf befindet sich in einer neutralen Nackenhaltung und ist senkrecht nach unten ausgerichtet. Dabei stellt der Kopf wiederum die Verlängerung von Wirbelsäule, Hüfte und Beine dar. Der Rücken, der Rumpf sowie auch die Beine und die Füsse werden ebenfalls komplett ausgestreckt. Der gesamte Körper befindet sich in einer einzigen Linie und unterliegt einer angemessenen Grundspannung. Diese Spannung sollte jedoch nicht in ein Verkrampfen übergehen, was wiederum zu einer erheblichen Steigerung des Wasserwiderstands führen würde. In dieser Position gleitet man nun soweit wie nur möglich.

Die Streamline-Bodyposition in der Praxis

Kraulschwimmen. Wasserlage.
Kraulschwimmen. Streamline.

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