Die Koordination der Arme und Beine - Zusammenführung durch Rotation

 

Wie wir wissen, ist das Kraulschwimmen eine äusserst dynamische Sportart. Deshalb ist es unvermeidlich, dass sämtliche Bewegungen aufeinander abgestimmt sind und sich nicht gegenseitig beeinträchtigen. Nur so ist es möglich, schnell und effizient durch das Wasser zu gleiten. Das vierte und somit letzte Schlüsselelement der modernen Kraultechnik befasst sich aus diesem Grund mit der Koordination all dieser Bewegungen. Der Fokus liegt dabei auf der Koordination des Armzugs mit dem Beinschlag.

Wenn wir über die Koordination aller Bewegungen sprechen, darf der Begriff der Rotation nicht fehlen. Die Rotation unseres Körpers um die eigene Körpermittelachse stellt nämlich die Verbindung zwischen den einzelnen Schlüsselelementen dar. Ziel ist es, mithilfe der Rotation die Armbewegung und die Beinbewegung so miteinander zu koordinieren, dass die Impulse der einen Bewegung in die anderen Körperteile übertragen werden und dort einen positiven Einfluss auf die Gesamtbewegung haben. Dabei sollte die Rotation vom Beinschlag über die Hüfte hinweg bis hin zu den Schultern und den Armen eine harmonische Bewegung darstellen. Durch die Rotation schaffen wir im Endeffekt auch die Räume, die wir benötigen, um die Rückholphase der Arme durchzuführen, um unsere Zuglänge zu maximieren und schlussendlich auch, um in den hohen Ellbogen des Unterwasser-Armzugs zu gelangen.

Die Koordination von den Armen und Beinen über die Rotation hinweg lässt sich am besten durch die Betrachtung eines spezifischen Punktes kontrollieren. Nehmen wir einmal an, dass die linke Hand gerade den Unterwasser-Armzug beendet hat und das Wasser auf Höhe des Oberschenkels verlassen will. Währenddem also die linke Hand nach der Druckphase aus dem Wasser gehoben wird und in die Rückholphase übergeht, sollte parallel zum Verlassen des Wassers der Hand ein Aufwärtsbeinschlag des linken Beines stattfinden.  Natürlich kann man auch einen anderen Punkt genauer betrachten. Wenn zum Beispiel die rechte Hand vor dem Kopf ins Wasser eintaucht, sollte das linke Bein gleichzeitig dazu nach unten schlagen. Als Folge dessen geht die linke Seite des Körpers nach oben und die rechte Seite des Körpers leicht nach unten/vorne – der Körper beginnt mit der Rotation um die eigene Körpermittelachse.

Durch die Verknüpfung dieser zwei Bewegungen koordiniert man also nicht nur die Arme und die Beine optimal, sondern entwickelt parallel dazu auch nahezu automatisch eine gewisse Körperrotation, welche im weiteren Verlauf des Armzugs wiederum für die Erweiterung der Zuglänge und für die Einleitung des Unterwasserarmzugs essenziell ist.

 

Die Koordination der gesamten Kraulbewegung: Das rechte Bein schlägt nach unten währenddem

der linke Arm eintaucht

Die Koordination von Armen und Beinen ist einerseits eine sehr schwierige und andererseits aber auch eine äusserst relevante Sache, die man unbedingt beherrschen sollte. Aus diesem Grund benötigt sie entsprechend viel Übung und Geduld. Um ein Gefühl für diese Koordination und die eng damit verbundene Körperrotation zu erlangen, eignet sich eine ganz spezielle Trockenübung an Land. Diese Trockenübung fokussiert insbesondere auf die Impulsübertragung der Beine auf die Arme und umgekehrt.

Innerhalb der Trockenübung steht man in einer normalen Schrittposition da, bei welcher das rechte Bein hinten und das linke Bein vorne steht. Der rechte Arm wird dabei am rechten Bein angelegt – der linke Arm wird vor dem linken Bein gehalten. Den linken Arm zieht man nun wie beim Rückenschwimmen am Kopf vorbei nach hinten und macht parallel dazu einen Schritt mit dem rechten Bein nach vorne. Man spürt direkt, dass sich das eigentlich ganz in Ordnung anfühlt. Macht man diese Bewegung umgekehrt, fühlt es sich überhaupt nicht mehr flüssig an. Verfügt man erst einmal über ein Gefühl für diese korrekte Impulsübertragung, gilt es diese ins Wasser und somit in den Kraulstil zu übertragen.

Im Wasser sollte man sich auf keinen Fall mit irgendwelchen übertriebenen Bewegungen verkrampfen. Man sollte auch auf sein Körpergefühl hören und die Bewegungen sowie die Rotation dementsprechend ausführen. Der perfekte Vergleich hierfür ist das aufrechte Gehen: Der Körper lässt die Arme passend zur Laufbewegung der Beine mitschwingen – genauso sollte es beim Kraulschwimmen auch funktionieren. 

Kraulschwimmen. Koordination der Arme und Beine.

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